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  Werkgruppe 2
 
MGr 12

2000
Wandarbeit
Rathaus Stuttgart

 
  5 Seiten  
 
Behörden benötigen eine sachliche Architektur. Die privaten Seiten des Lebens liegen hinter bzw. warten vor geschlossenen Türen.

Kommuniziert wird auf formeller Ebene über Antragsformulare und Hinweisschilder auf Abteilungen, Personalzugehörigkeit. Piktogramme geben Orientierungshilfen für den Notfall. In diesem Raum verschiedener, selten bewusst wahrgenommener Zeichensysteme, hat die Künstlerin eine sekundäre Ordnung eingebaut, die äußerst subversiv auftritt.

Um nicht als Objekt wahrgenommen zu werden, wurde der 12tlg. Mäander in hellgrüner Farbe direkt auf die weiße Wand gemalt. Die Logik der Mathematik diktiert seinen Kurs. Es finden zufällige Konstellationen statt z.B. mit einem danebenliegenden Fahrstuhl, einem Türschild, einem Feuerlöscher. Von ihrer Umgebung unbeeindruckt sorgt die Geheimschrift in ihrer rätselhaften Widersprüchlichkeit für Aufmerksamkeit.

Es sind die unvermittelten Abweichungen
vom gewohnten Ordnungsprinzip, die irritieren. Amtlich anerkannte Zeichen sind genormt und lassen keinen Spielraum für Assoziationen.
Sie stehen für klare Aussagen, dienen der schnellen Informationsvermittlung und kommunizieren nicht mehrdeutig mit ihrer Umwelt.

In unmittelbarem Verbund mit dem abstrakten mäandernden Zeichensystem wird stellenweise eine unfreiwillige Komik provoziert, die den Sinn etablierter Ordnungsgrundsätze hinterfragt und die bestehende Dichotomie von Kunst und Leben anspricht.

 
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