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Behörden benötigen eine sachliche Architektur. Die privaten
Seiten des Lebens liegen hinter bzw. warten vor geschlossenen Türen.
Kommuniziert wird auf formeller Ebene über Antragsformulare
und Hinweisschilder auf Abteilungen, Personalzugehörigkeit.
Piktogramme geben Orientierungshilfen für den Notfall. In diesem
Raum verschiedener, selten bewusst wahrgenommener Zeichensysteme,
hat die Künstlerin eine sekundäre Ordnung eingebaut,
die äußerst
subversiv auftritt.
Um nicht als Objekt wahrgenommen zu werden, wurde der 12tlg. Mäander
in hellgrüner Farbe direkt auf die weiße Wand gemalt.
Die Logik der Mathematik diktiert seinen Kurs. Es finden zufällige
Konstellationen statt z.B. mit einem danebenliegenden Fahrstuhl,
einem Türschild, einem Feuerlöscher. Von ihrer Umgebung
unbeeindruckt sorgt die Geheimschrift in ihrer rätselhaften
Widersprüchlichkeit für Aufmerksamkeit.
Es sind die unvermittelten Abweichungen
vom gewohnten Ordnungsprinzip, die irritieren. Amtlich anerkannte Zeichen sind genormt und lassen
keinen Spielraum für Assoziationen.
Sie stehen für klare Aussagen, dienen der schnellen Informationsvermittlung und kommunizieren nicht
mehrdeutig mit ihrer Umwelt.
In unmittelbarem Verbund mit dem abstrakten
mäandernden Zeichensystem wird stellenweise eine unfreiwillige
Komik provoziert, die den Sinn etablierter Ordnungsgrundsätze
hinterfragt und die bestehende Dichotomie von Kunst und Leben anspricht.
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